Chronik von 1949 - 1958


ab 1949
Der Zeitraum von 1949 bis 1958 entspricht der Gliederung aus der Chronik von 1983.
Zum 26. Juni 1949 wurde die erste Nachkriegsversammlung des Schützenvereins Obrighoven einberufen. Man gedachte der Gefallenen des Krieges Heinz Schüring, Willi Beckmann, August Schanzmann, Heinrich Sondermann, Fr. Klammer, Ernst Knorth, Hermann Schulte, Willi Mölleken, Emil Stenk.
Seit 1939 sind verstorben: Oberst Arnold v.d.Mark, Gerhard Hüfing, Hugo Beaupoil, Heinrich Rölfing, Paul Hank und Willi Berger.

Der neue Vorstand
Alfons Körner wird auch nach dem Kriege zum Vereinspräsidenten gewählt. In den weiteren Vorstand wurde gewählt: Oberst Alfred Engelmann, als Major Alfred Mölleken, zu Adjutanten Bernhard Drost und Erwin Sauerbach, zum Hauptmann Viktor Wenning, Oberleutnant wurde Heinrich Busch, Feldwebel Johann Krahnen, Balldirektor Heinrich Krebber, als Fähnrich Gerhard Scholten, Fahnenoffiziere Adolf Schanzmann und Heinrich Döring.

Königsschießen mit Pfeil und Bogen
Das Königsschießen fand wie im Mittelalter mit der Armbrust statt. König durfte schießen, wer drei Jahre in der Gemeinde wohnhaft und zwanzig Jahre alt war. Der Thron erhält 150 DM, König und Königin zusammen 100 DM.
Das erste Nachkriegsschützenfest fand am 20./21. August statt. Erster Nachkriegskönig war Karl von der Mark, der sich Frau A.Mölleken zur Königin nahm.
Schützenfestsonntags wurde wieder der „traditonelle“ Fackelzug zum Friedenswäldchen veranstaltet. Die Nachfeier am 8.10. und das Winterfest fanden im neu renovierten Saal Schepers statt.
Zum 110jährigen Bestehen des Fusternberger Schützenvereins war eine starke Abordnung zum Fusternberg gezogen, um an der Fahnenweihe teilzunehmen.
Auf der Versammlung vom 23.7.1950 wurde die Amtszeit des alten Königspaares dahin festgelegt, es bleibt so lange im Amt, bis das neue Königspaar inthronisiert ist, um königslose Zeiten auszuschließen. So wird es bis auf den heutigen Tag gehandhabt.

Fritz Mölleken besorgt richtiges Gewehr von Engländern
Erstmalig wurde, wie heute, das Schützenfest an drei Tagen gefeiert, am 19., 20. und 21. August 1950.
Bürgermeister Fritz Mölleken war es gelungen, eine 6 mm Büchse zu beschaffen, er entlieh sie von dem auf Schloß Diersfordt residierenden englischen Kommandanten. Die GEMA-Gebühren wurden 1950 erstmalig erhoben.

Der Obrighovener Spielmannszug
Im Oktober 1950 wurde über das Für und Wider der Aufstellung eines eigenen Tambour-Corps diskutiert. Am 28. April 1951 wurde beschlossen, das Tambour-Corps als eine Unterabteilung des Schützenvereins anzusehen. Der Vorsitzende des selbständigen Tambour-Corps Marian Jankowski soll die für die Integrierung der „Knüppeljungs“ in den Schützenverein erforderlichen Arbeiten erledigen. Ein Mitglied des Tambour-Corps soll in den Schützenvereinsvorstand aufgenommen werden.

Nach dem Krieg sollte nun die Satzung des Vereins überarbeitet werden: Vorgeschlagen war, dass der Präsident für 6 Jahre gewählt werden soll, der Oberst, der Major und der Hauptmann für 5 Jahre, Kassen- und Schriftführer für 4 Jahre und alle anderen Dienstgrade unter dem Hauptmann für 3 Jahre.

Jetzt auch Kinderschützenfest
Ab dem Jahre 1951 gibt es in Obrighoven das Kinderschützenfest. In der Vorstandswahl am 24.11.1951 werden Hugo Greven als Kinderschützen-festorganisator, Marian Jankowski als Vertreter des Tambour-Corps in den Vorstand aufgenommen und beschlossen, dass für seine Amtzeit auch der jeweilige König zu Vorstandssitzungen einzuladen sei.
Auf den Kinderschützenfesten beginnt die Ära von Hugo Greven und Frau Emilie Kemper als Organisatoren.

Die Zügel werden etwas straffer angezogen, was in den 69 Jahren seit 1882 nie vorgekommen ist, erfolgte 1951 der erste Ausschluß eines Mitgliedes aus dem Verein.

Das Theaterspielen verlagert sich allmählich vom Winterfest auf den Hausfrauennachmittag am Himmelfahrtstage, so auch 1952. Während die Schützen um reichlich von Mitgliedern gestifteten Schießpreise ringen. Abends vereinigten sich die Schützen und ihre Frauen, Bräute, Freundinnen zum Tanz.

Schützenfest durch Böllerschüsse eröffnet
Vom Schützenfest 1952 ist zu berichten, dass jetzt schon am Freitagabend der Festbeginn durch Böllerschüsse eingeleitet wird. Das Tambour-Corps zieht mit klingendem Spiel durch die Gemeinde und erinnert alle Bürger an die sich anschließenden Festtage.
Am 22. August 1953 ist die Geburtsstunde des Zeremoniells, wie auch noch heute das Bataillon antritt. Das Schützenfest wurde wieder an drei Tagen gefeiert.

Rainer Hardt errang die Königswürde und erkor sich die jüngste Tochter des Präsidenten zur Königin.
Ehrenpräsident Klammer erhielt für 58jährige Mitgliedschaft einen Orden.
Hermann Krebber für 50jährige Mitgliedschaft.
Die Kinder des Kinderschützenfestes freuten sich über eine neue Königskette.

Fritz Scholten Rendant
Am 29. November 1953 übergab Ernst Bergmann die Bücher an Fritz Scholten.
Die Schützenfeste in Obrighoven ziehen immer mehr Besucher an. Für 1954 wird ein 13-Bord-Zelt bestellt, 12-Bord zahlt Festwirt Schulte, 1-Bord, der Verein.
1954 wird auch die Frage geklärt, wer denn eigentlich zu den Veteranen zählt: Wer 50 Jahre Mitglied des Vereins ist oder aber 70 Jahre alt geworden ist.
Am traditionellen Fackelzug zum Friedenswäldchen beteiligen sich fast 500 Schützen und Einwohner.
Am Kinderschützenfest nehmen 270 Kinder von Schützen teil.
Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau kündigt sich an, denn Königin Hilde Wawerla schießt als erste Dame auf den Vogel - aber nur vor dem eigentlichen Preiseschießen.
1956 findet man eine Lösung, wer Königin in Obrighoven werden könne. Die Königin muß innerhalb der Gemeinde wohnen. Eine auswärtige Königin darf der König nur erwählen, wenn es seine Verlobte ist. Die Zahl der Thronpaare wird auf zehn beschränkt.
Die Annalen vermerken, Herr Emil Oppenberg stiftet einen prächtigen Prunkbecher, den er am Schützenfest 1956 einweihen soll.
Im Juli 1956 lehnt die Schützenversammlung noch ab, das Vogelschießen und das Preisschießen zu trennen.
Zum Leiter des Kinderschützenfestes wird August Strunkmann gewählt, er errang 1956 auch die Königswürden.

Umzüge nicht mehr auf der B 58
Wegen des Verkehrs ordnet die Polizei an:“ Alle Umzüge an den Festtagen dürfen nicht mehr über die Bundesstraße 58 führen, sondern diese nur kreuzen“.
Das Winterfest am 19. Februar 1957 verschönten die Kameraden Herding, Schneiderhan, Reddick, Bannemann und Irma Winkelmann-Weyers.
Im März 1957 wird der Wunsch laut, der Verein sollte im Vereinsregister des Amtsgerichtes Wesel eingetragen werden.
Zum 50jährigen Jubiläum des Schützenvereins Krudenburg wird wie zu dem Jubiläum in Drevenack eine Fahnenabordnung, das Tambour-Corps und etwa 30 Mann entsandt.

Der Fackelzug zum Friedenswäldchen wird verboten
Eine alte und schöne Tradition fällt dem modernen Straßenverkehr zum Opfer.
Für den Rendanten ist das Schützenfest 1957 ein „schwarzes Jahr“. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen um 489,75 DM.
Auf der Versammlung vom 28.11.1957 wird für eine neue Fahne zum 125jährigen Jubelfest gesammelt und ein Festausschuss gegründet. Diesem gehörten Hans Meiners, Alfons Körner, Fritz Hansmeyer, Paul Walter, Heinrich Krebber, Helmut Kühne, Heinrich Schwaak und die beiden Lehrer im Verein, Dietrich Köster und Hugo Greven an.
Im Jahre 1958 musste der Verein von Wilhelm Klammer und Heinrich Häsel Abschied nehmen.

Jubiläumsschützenfest zum hundertfünfundzwanzigsten Bestehen des Schützenvereins Obrighoven
Für die Jubelfeier wird ein 14 ½ Bordzelt bestellt, um die vielen Gäste unterbringen zu können. Eingeladen sind die Nachbarschützenvereine aus Lackhausen, dem Fusternberg, Vorm-Brüner-Tor, Brünen „alt und jung“, Drevenack, Damm, Krudenburg und Weselerwald. Schützenfest, 125jähriges Jubiläum und Fahnenweihe fanden am 16., 17. und 18. August statt.
Das Jubelfest begann bereits am Freitag, dem 15.8. mit dem traditionellen Zapfenstreich. Nach bewährtem Verlauf fand der erste Höhepunkt am Samstag gegen 15.00 Uhr statt. Wer würde der neue König sein? Nach hartem Kampf war dies Fritz Sons, der sich Frau Else Schlusemann als Königin erwählte.
Gegen 20.00 Uhr war das große Zelt bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit 15 Mann starker Kapelle wurde bis in die frühen Morgenstunden zum Tanz aufgespielt.

Fahnenweihe
Der Sonntag war der Tag des eigentlichen Jubelfestes und der Fahnenweihe. Die Paradewiese beim Kameraden Drost war durch Wegnahme des Zaunes um einen Teil der Wiese Beckmann vergrößert werden. Hier traten die geladenen Verein an. Vereine ohne Tambourcorps wurden von den Obrighovenern musikalisch empfangen. Um 15.00 Uhr fielen die das große Fest einleitenden Böllerschüsse. Unser Bataillon zog mit klingendem Spiel zur Festwiese, wo die Gäste durch Präsident Körner begrüßt wurden. Es war ein imposanter Festzug. Das Bataillon marschierte zur Mühle Körner, um die Fahne und den Thron abzuholen. Der Thron und die Veteranen wurden zweispännig gefahren. Die diesjährigen Majestäten, König Fritz und Königin Else, fuhren in einer von vier prächtigen Pferden gezogenen Kutsche, die das Staunen und Bewunderung aller erregte.

Präsident Körner’s Festansprache
In die einsetzende erwartungsvolle Stille sprach Kamerad Walter Kemper den schönen Prolog „Heimat“. Dann begrüßte Präsident Alfons Körner die Festversammlung mit einer bemerkenswerten Festansprache.
Inszwischen waren die acht Ehrenjungfrauen mit weißen Volkswagen von ihrer Sammelstelle aus abgeholt worden. Sie fuhren auf die Paradewiese. Die Damen, Frl. R. Hansmeyer, E. Mölleken, Chr. Ressing, E. Schlusemann, E.v.d. Mark, E. Wenning, W. Brucks und H. Winkelmann, trugen die schwarz verhüllte neue Fahne, die Fahnenschleifen und neuen Schärpen. Herr Oberstleutnant Neu vom Fusternberger Schützenverein weihte daraufhin die neue Fahne.

Maria Körner’s Weihegedicht
Durch die sehr schöne neue Fahne wurde das Bild auf dem Podium noch bereichert. Die Kapelle spielte: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre.“
Dann betrat Frau Maria Körner das Podium und sprach im Auftrage des Vorstandes das Weihegedicht.
Gemeinsam wurde gesungen: „Deutsche Frauen, deutsche Treue“. Die Fahnenoffiziere bekamen die neuen Schärpen. Die Gastvereine überreichten mit herzlichen Dankesworten die Fahnennägel.
Mit einer wohlgelungenen Parade nahmen die großartigen Feierstunden auf der Paradewiese ein Ende. Geschlossen zogen die angetretenen Vereine zum Festzelt, wo der Festball begann.
Gegen 21.00 Uhr setzte sich der traditionelle Fackelzug zum Friedenswäldchen in Bewegung. Am Ziel würdigte Präsident Körner beim Fackelschein und künstlicher Beleutchtung die Erinnerungsstätte in einer zu Herzen gehenden Ansprache. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied: „Flamme empor“ und dem Großen Zapfenstreich zog man wieder zum Zelt.

Der Montag gehörte zunächst den Kindern. Um zehn Uhr versammelten sich die 10- bis 14jährigen Knaben auf der Festwiese und schossen um die Königswürde. Heiko Schneiders und Trude Oldenburg heißt das Kinderkönigspaar 1958. Die Inthronisation fand um 13.00 Uhr bei Schepers statt.

Für den Abend, der nun den Obrighovener Schützen und ihren Angehörigen gehörte, hatte der Festausschuss alle noch lebenden Königinnen und Könige des Vereins eingeladen. Erst in den frühen Morgenstunden ging man mit dem Bewusstsein auseinander, ein schönes Jubelfest gefeiert zu haben.

Am 15.11.1958 legten auf der Versammlung Major Viktor Wenning und Hauptmann Heinrich Grüter aus Gesundheitsgründen ihre Posten nieder.
Neu gewählt wurden als Major Willi Engelmann, als Hauptmann Heinrich Becks, als Adjutant Werner Rölfing und als persönlicher Adjutant des Präsidenten Bernhard Drost